Nürtinger Bürgerinitiative gegen Hochspannungsleitungen über Wohngebieten


Aktionen - Bürgergespräch 

Bürgergespräch am 18. Mai 1999
Nürtinger Stadträte beziehen Position

Viele betroffene Anwohner der Braike und aus dem Roßdorf kamen, stellten Fragen an die Politiker und diskutierten. Die NBI stellte ihre neuesten Studien vor.

Die Einladung:

Trassenverlegung

wir stellen unsere neuesten Studien dazu vor

Nürtinger Stadträte beziehen Position

Dienstag, 18. Mai 1999 um 19.30
im Gemeinschaftshaus Roßdorf

Es gibt eine bessere Lösung

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Bilder und Bericht:

Fotos: Manfred Richey, NBI-OA-Mitglied - Weiterverwendung und Vervielfachung nur nach vorheriger Genehmigung

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Die Sprecher der NBI - Frau Lehmann und Herr Dr. Gekle bei der Begrüßung der Teilnehmer


Am Dienstag, 18. Mai 1999, um 18.00 Uhr fand im Gemeinschaftshaus in Roßdorf ein Bürgergespräch mit den Gemeinderäten und Fraktionen der Stadt Nürtingen statt.
Reinmar Wipper von der BVR eröffnet das Bürgergespräch und hat gleich zu Beginn eine Überraschung bereit: Eine Spende der BVR an die NBI in Form eines Schecks, der anschließend überreicht wird.
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Die Übergabe der Spende von der BVR an die NBI - Herzlichen Dank!

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In der Eröffnungsrede durch Frau Lehmann, NBI und Herrn Dr. Gekle, NBI, wurde noch einmal klargestellt, daß es heute nicht mehr darum geht, noch einmal über Belastungen, Grenzwerte oder andere von der Leitung ausgehende Gefahren zu reden, sondern daß allen inzwischen klar sein: "Diese Leitung muß raus aus dem Wohngebiet".

Herr Dr. Gekle informiert über die Umweltverträglichkeitsvorstudie, welche eine eindeutige Empfehlung für die Verlegung der Leitung gibt. Die Umweltverträglichkeitsvorstudie wurde von der NBI im Februar 1999 an die Stadt Nürtingen, Herrn OB Bachofer, Herrn BM Wolf übergeben.
Weitere Exemplare gingen an das RP Stuttgart, die NWS, die Stadt Frickenhausen (H. BM Schütz), den Elternbeirat der Roßdorfschule sowie alle Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis.

Die Alternativtrassen wurden von der Stadt Nürtingen in den Flächennutzungsplan aufgenommen.

Ein herzlicher Dank wurde noch einmal allen Spendern ausgesprochen, die mit zur Finanzierung dieser Studie beigetragen haben.

Fragen zur Trasse wurden in Gesprächen und Diskussionen behandelt.

Anschließend wurde von Herrn Dr. Gekle, NBI, das ebenfalls von der NBI auf eigene Kosten erstellte Gutachten über voraussichtliche Investitionskosten für die Verlegung vorgestellt. Hier hat sich ganz klar gezeigt, daß die Kosten wesentlich geringer liegen, als von den NWS bisher immer angegeben.

Auch hier wurde wieder diskutiert.

Nun stellte Herr Dr. Gekle, NBI, eine von der NBI aus Zeitungsarchiven und andern zuverlässigen Quellen recherchierte Chronologie der Bebauung und des Ausbaus der Hochspannungsleitung vor.

Diese ergab viele Ungereimtheiten in der Vergangenheit, auf die jedoch nicht näher eingegangen wurde.

Datum Sachlage
1970 Alle Häuser in der Hermann-Löns-Straße bis Kreuzung Gerh.-Hauptmann-Str. fertig (10 im Abstand von 50 m)
Alle Häuser in Sudetenstraße fertig (20 im Abstand von 50 m)
1971 Alle Häuser nördlich Hans-Möhrle-Straße fertig
13.10.71 Genehmigung Bebauungsplan Roßdorf II
29.12.71 Genehmigung Bebauungsplan vor Alten
1973 Fertigstellung der Roßdorfschule
1974 Häuser in Rilkeweg, Gerhart-Hauptmann-Straße fertig (12 im Abstand von 50 m)
03.02.75 Baugesuch der NW für Masten auf Nürtinger Gemarkung
1975-77 Baugesuch der NW für Masten auf Nürtinger Gemarkung
25.09.75 Baudirektor Kurz: „Viergeschossig bauen unter der Leitung“ möglich (weil die Masten so hoch sind...)
14.10.75 Gebührenbescheid für Mastengenehmigung (Stadt Nürtingen an NW)
18.03.76 Genehmigung Bebauungsplan Wasserfall (Abstand <10 bis 20m)
21.05.76 Genehmigungsantrag der NW an die Stadt für Leitungsbau über Wohngebiete Roßdorf II, Vor Alten, Wasserfall
77-80 Fertigstellung der 110-kV-Stromkreise zwischen Mast 1 und 37 (Angabe der NW)
12.10.77 Leitung im Bereich Wasserfall fertig (Fotos vorhanden)
06.04.78 Genehmigung der Leitung durch Regierungspräsidium

Wenn die Neckarwerke immer wieder behaupten: "Die Leitung war schon vor den Häusern da" - so stimmt das in dieser Form nicht oder nur bedingt.

Es war früher eine 30 kV-Leitung da und keine mehrgeschossige "Stromautobahn"
mit 2 x 380 kV und 2 x 110 kV.

Das wäre so, als wenn man heute eine Autobahn mitten durch ein Dorf bauen würde, wo früher ein Feldweg war und dann behauptet: "Die Autobahn war schon immer da"...

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Von links nach rechts:
Gemeinderäte Herr Rauscher, CDU • Herr Bayer, UFB • Herr Nauendorf, SPD
Frau Lehmann, Herr Dr. Gekle, NBI
Gemeinderat Herr Braunmüller, NT-Liste/Die Grünen • Herr Jocham, FDP

Es wurden Meinungen vorgetragen und Statements abgegeben, wobei sich die Mitglieder des Gemeinderats, der Fraktionen, der NBI und die überwältigende Mehrheit der Besucher einig waren: Die Leitung muß verlegt werden - so schnell wie möglich!

Es muß alles getan werden, damit die Neckarwerke sich endlich bewegen.

Image, Liberalisierung des Strommarktes bis hin zur Infragestellung von Konzessionsverträgen - alle Möglichkeiten wurden diskutiert. Es darf keine Tabus geben, wenn es um die Verlegung der Hochspannungsleitung geht.

Von den Gemeinderäten und allen anwesenden Fraktionsmitgliedern wurde der NBI Unterstützung für die Verlegung der Leitung zugesagt.

Es wurde zudem festgestellt, daß das Verhalten der Neckarwerke gegenüber der Stadt Nürtingen und auch gegenüber den Stadtwerken wie auch den Endkunden (Stromverbraucher) als äußerst unfair angesehen wird. Selbst wenn man heute (noch) nicht mit gesetzlichen Maßnahmen die Verlegung der Leitung erzwingen kann, so haben doch die Neckarwerke die moralische Verpflichtung, den Schutz der betroffenen Bürger vor den Gefahren der Hochspannungsleitung sicherzustellen.

Man muß sich sehr überlegen, woher man in Zukunft seinen Strom beziehen wird. Die Stadt Nürtingen verfügt ja über ein eigenes Stromnetz...

Zum Abschluß bedankt sich Frau Lehmann, NBI, bei den Gemeinderäten, den Fraktionsmitgliedern und allen Teilnehmern für ihre Unterstützung und spricht die Überzeugung und Hoffnung aus, daß diese Unterstützung auch in Zukunft weiter anhält und noch intensiviert werden kann.

Ein besonderes Dankeschön geht noch einmal an die BVR für die Spende.


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