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(Text) Forumsbeitrag Kooperationsnetz Cartoon |
Zur Situation:
In Nürtingen leben, arbeiten und lernen viele Menschen unter einer Hochspannungsleitung (Stromautobahn) mit 1 x 110 kV und 2 x 380 kV. Die Leitungen verlaufen in 4 Ebenen übereinander und 2 Bahnen nebeneinander (links und rechts der Masten) direkt über Häuser, Arbeitsplätze, Kindergärten, Kinderspielplätze und eine Schule - oder in unmittelbarer Nähe (Abstand < 50m).
Von dieser Leitung, die hauptsächlich der Fernversorgung dient, gehen entsprechende Belastungen durch elektromagnetische Felder aus, denen die sich dort aufhaltenden Menschen ausgesetzt sind. Die NBI - Nürtinger Bürgerinitiative gegen Hochspannungsleitungen über Wohngebieten hat daher alle Fakten ins Internet gestellt: http://www.nbi-nt.com
Wir wollen aufzeigen, wie die Neckarwerke Stuttgart trotz intensiver Bemühungen, Einsprüche und Klagen betroffener Bürger die vorhandene 110kV - Hochspannungsleitungen in kürzester Zeit und unter Anwendung aller Mittel - einschließlich eines Enteignungsverfahrens - um zwei zusätzliche 380kV-Leitungen aufgerüstet haben.
Wir wollen mit Nachdruck daran arbeiten, daß diese 380kV - Hochspannungsleitungen wieder aus den Wohngebieten verschwinden. Wir alle brauchen Strom - ein Leben ohne Strom wäre ein Rückfall in die Steinzeit. Nur: Wie der Strom erzeugt wird und wie dieser Strom zu den Verbrauchern kommt - das sollte, das muß unter folgenden Aspekten und in dieser Rangfolge geschehen:
1. Schutz des Menschen
2. Schutz der Umwelt
3. Interessen und Gewinne der Stromerzeuger
Es darf nicht angehen, daß Dividenden für Aktionäre höhere Priorität genießen als der Schutz des Menschen und der Umwelt!
Eine neue alternative Trasse ist bereits in den Planunterlagen eingearbeitet, die Neckarwerke Stuttgart müssen nur noch den Antrag auf Verlegung der Trasse stellen. Vor wenigen Wochen hat die Stadt Nürtingen sich bereit erklärt, ein Drittel der für die Verlegung erforderlichen Kosten zu übernehmen. Aber die Neckarwerke Stuttgart lehnen dies mit dem Hinweis ab, dass man durch den liberalisierten Strommarkt unter Druck stehe und kein Geld zur Verfügung habe.
Dabei ist dann in der Tageszeitung zu lesen, dass die Gewinnerwartungen für die Aktionäre der Neckarwerke auch nach der Liberalisierung durchaus positiv gesehen werden...
Die NBI hat nun beschlossen, eine weitere Initative zu starten. Wenn möglichst viele Bürger Ihren Strom von einem anderen Stromlieferanten als den Neckarwerken Stuttgart beziehen - selbst wenn dadurch nicht die optimalste Preisreduzierung erreicht werden kann - dann kann der Druck auf diesen Stromlieferanten so groß werden, dass er sich endlich entschließt zum Schutz und Wohle aller betroffenen Bürger die Leitung zu verlegen.
Manfred Richey
Mitglied des Organisationsausschusses der NBI
Webmaster der NBI