
Auszüge aus dem Infoblatt der NBI - Einladung zur Jahreshauptversammlung am 5.5.98
NBI Nürtinger Bürgerinitiative gegen Hochspannungsleitungen über Wohngebieten

Liebe NBI-Mitglieder, Anwohner, Freunde,
wir laden Sie herzlich ein zur Jahreshauptversammlung der NBI am 5.5.98
Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, sich über die Tätigkeit der NBI im vergangenen Jahr und den Stand des Verfahrens zu informieren.
Sie haben die Möglichkeit, Ihre Vorstellungen und Anregungen über die künftige Arbeit einzubringen.
Nur gemeinsam können wir in dieser schwierigen Lage etwas erreichen.
(Karl Lehmann) (Dr. Ludwig Gekle)
Flächennutzungsplan:
Wie in der Zeitung über das Bürgergespräch am 2.2. zu lesen war, wurde ein Trassenvorschlag für die Verlegung der Hochspannungsleitung in den Entwurf des Flächennutzungsplans aufgenommen. In Kürze wird der Gemeinderat darüber debattieren. Sollte die Vorlage so verabschiedet werden, ist der Plan anschließend nur noch hinsichtlich formaler Richtigkeit zu prüfen um rechtskräftig zu werden.
Dann wäre der Weg für weitere Schritte frei. Eine ausführliche
Diskussion darüber ist in der Hauptversammlung vorgesehen.
Übrigens: Der neue Teil der Leitung ist noch nicht in Betrieb.
Am 21.3. hat eine Abordnung aus Nürtingen an einer Vortragsveranstaltung des Bundesverbandes gegen Elektrosmog e.V. in Frankfurt teilgenommen. Gegenstand war die biologische, medizinische und rechtliche Seite der Elektrosmogs.
Diese Veranstaltung hat gezeigt:
Elektromagnetische Felder von Hochspannungsleitungen werden in der Gesellschaft immer ernster genommen.
Durchweg bestätigten die Vortragenden, daß solche Leitungen in Wohngebieten nichts zu suchen haben.
Und was für uns besonders wichtig war:
Abhilfe schafft nur der öffentliche Druck!
Diesem Ziel soll die engere Zusammenarbeit zwischen den immer zahlreicher werdenden Bürgerinitiativen dienen, die sich gegen Hochspannungsleitungen an den falschen Stellen wenden.
Eine solche Zusammenarbeit nimmt für uns mehr und mehr Gestalt an:
Liebe NBI-Mitglieder, Anwohner, Freunde,
nun geht der Flächennutzungsplan in Nürtingen in die letzte Runde.
Im Flächennutzungsplan wird die in Aussicht genommene Flächennutzung
im Gemeindegebiet dargestellt.
Hierzu gehört auch die für uns so wichtige Verlegung der Hochspannungsleitung auf die Ersatztrasse.
Übrigens: Mit unserem Widerstand sind wir nicht allein. An vielen Stellen regt er sich, wie man am 15. Januar in S3 verfolgen konnte.
Dort wurde berichtet, wie die EVS gerade dran ist, im oberen Donautal eine Hochspannungsleitung durch ein landschaftlich einmaliges Gebiet zu ziehen, gegen den erbitterten Widerstand nahezu der gesamten Einwohnerschaft von Fridingen. Wie gewohnt, ohne Rücksicht auf Menschen und Natur. Und auch mit der gleichen Begründung, ohne diese Leitung gingen demnächst dort die Lichter aus.
Um ihre Landschaft liebenswert zu erhalten, wollen die Fridinger eine Verkabelung. Genau so wie in Nürtingen fürchtet die EVS dort einen Fall, der Schule machen könnte und wehrt sich dagegen mit allen Mitteln.
Wie wenig an stichhaltiger Begründung ihnen einfällt, wenn sie auf Widerstand stoßen und welch schwache Figur sie dann abgeben, das hat der Vertreter der EVS bei der Sendung deutlich gezeigt.
Was wir daraus lernen können: Die Fridinger demonstrieren eine beispielhafte Einigkeit.
Wie Sie sicher wissen: Die Hälfte der über uns hängenden neuen Leitungen sind für die EVS reserviert.
Dort, in Fridingen, haben wir den EVS-Vorstandsvorsitzenden Steuer gehört, wie er sich loben lassen wollte, daß die EVS an anderer Stelle dafür Leitungen abbaut.
Genau so machen sie es in Nürtingen: Anderswo, über freiem Feld, abbauen und uns über Schule und Schlafzimmer hängen! So etwas kann doch nur jemandem einfallen, für den die Menschen nichts als Verbraucher und Zahler sind. Welch eine menschenverachtende Maßnahme!
Wer erinnert sich nicht an die Bilder vom 5. Januar 1998 im Fernsehen und
in den Zeitungen?
Mastbrüche in Serie!
Wir haben die spektakulären Fälle gesammelt:
Warngau/Oberbayern, 13.4.1994 40 Stück
Allgäu 13.4.1994 70 Stück
Hessen 18.1.1996 9 Stück
Peine 1.7.1997 14 Stück
Also insgesamt 133 Stück
Und das sind bei weitem nicht alle und nur die im Inland mit dem angeblich höchsten Sicherheitsstandard!
Hätte man die Betreiber dieser Schrottmasten vorher nach Gefahren und Risiken gefragt: Nie und nimmer!
Wir haben es noch in den Ohren, wie die Vertreter der Neckarwerke bei der Verhandlung in Mannheim getönt haben, sie hätten alles im Griff - und weil sie ihren eigenen großmäuligen Versprechungen dann doch nicht getraut haben - schließlich einwilligten, die Verbindungswinkel an den Masten durch stärkere zu ersetzten.
Zwei Jahre haben sie bisher Zeit gehabt. Hat schon jemand bemerkt, daß etwas unternommen worden wäre? Niemand!
So viel Wert sind die Versprechungen der Neckarwerke selbst unter den Augen des Gerichts!
Gegen Stürme und Eisregen richten auch die Größen der Neckarwerke und der EVS nichts aus!
Wir jedenfalls haben vor den möglichen Folgen in Nürtingen gewarnt.