Nürtinger Bürgerinitiative gegen Hochspannungsleitungen über Wohngebieten


Leserbrief an die Nürtinger Zeitung

380 kV-Leitung, Salzburger Landeselektrizitätsgesetz beschlossen

Es ist ruhig geworden um die NBI, doch es gibt sie noch. Die örtliche Politik ist nicht mehr interessiert, sich für die Verlegung der 380 kV-Leitung einzusetzen. Man hat ja auch andere Sorgen - der große Forst lässt grüßen… Da wird doch die 380kV-Leitung - durch Wohngebiete über viele Häuser und nahe an Schulen/Kindergärten vorbei in der Braike und im Rossdorf - zur Nebensache.

Die Machtverhältnisse der ENBW haben sich geändert und der Nürtinger OB hat die Sache als erledigt abgehakt - obwohl er vor seiner Wahl gesagt hat: "Diese Leitung muss raus…". Heute: Kein weiterer Bedarf, kein weiteres Interesse.

So einfach ist das. Im "bürgernahen" Nürtingen. In Deutschland.

Ganz anders in Österreich: Dort ermöglicht das am 17. Dezember 2008 beschlossene neue Salzburger Landeselektrizitätsgesetz den Behörden, in sensiblen Gebieten eine Erdverkabelung vorzuschreiben.

Als sensible Gebiete gelten: "Einzelobjekte, die sich näher als 200 m und ausgewiesenes Bauland bzw. Siedlungen, die sich näher als 400 m zu einer 380 kV-Leitung befinden." Weiter heißt es: "…auch wenn die Leitung schon fertig gebaut ist, wird die Freileitung in sensiblen Gebieten durch ein Starkstromkabel ersetzt!" Die gesamte Pressemeldung finden Sie auf der Website www.nbi-nt.com.

Österreichs Politiker tun also etwas für die Gesundheit und Unversehrtheit ihrer BürgerInnen - ganz im Gegensatz zu unseren Politikern.

Hier beruft man sich auf alte Gesetze und auf Bestandsschutz für bestehende 380 kV-Leitungen direkt über Wohngebieten - siehe oben.

Diese Gesetze und Politiker bescheren den Energie-Oligopolisten weiter fette Gewinnen. Die Erdverkabelung ist ein Kostenfaktor, den es zu vermeiden gilt. Gesundheit, Unversehrtheit und Wohlbefinden der betroffenen Menschen bleiben auf der Strecke, fadenscheinige Gutachten dienen als Alibi.

Wir sollten das Wahljahr 2009 nutzen und nur solche Politiker wählen, die sich intensiv und nachhaltig für das Wohlbefinden, die Gesundheit und Unversehrtheit ihrer BürgerInnen einsetzen. Das muss Vorrang haben vor den Gewinnen der Energieversorger!

Manfred Richey
Webmaster und OA-Mitglied der NBI
22. Februar 2009



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